Erde-Feuer-Wasser-Luft

Ein Beispiel für ein Ritual

Ein Trauerritual Kerzen

Als sich der Todestag meiner Mutter jährte, vertiefte sich meine Trauer erneut. Ich hatte das Gefühl, dass noch so Vieles ungesagt geblieben war.

Also begann ich damit, ein Ritual vorzubereiten, das mir über diesen Tag hinweg helfen sollte. Ich nahm mir Zeit, um alles aufzuschreiben, was ich meiner Mutter gerne noch gesagt hätte und was mir in diesem Jahr nach ihrem Tod an Bedeutsamem eingefallen war.

Am Vorabend des Jahrestages stellte ich Kerzen in meinem Zimmer auf, schmückte mein Zimmer schön und feierlich. Ich ließ die Heizung an, denn ich hatte vor, um 4.30 Uhr morgens aufzustehen, weil meine Mutter um 5.01 Uhr morgens gestorben war. Am frühen Morgen saß ich dann da, schaute mir meinen Brief an und sprach all meine Gedanken noch einmal aus, so, als ob ich mit meiner Mutter sprechen würde. Dabei ließ ich meinen Gefühlen freien Lauf, weinte und erlebte noch einmal das Gefühl tiefen Verlusts, das der Tod meiner Mutter bei mir ausgelöst hatte. Um 5.01 Uhr dachte ich ganz fest an sie und schickte ihr gute Wünsche, wo immer sie nun auch sein mochte.

Später an diesem Morgen besorgte ich mir in einem Spielwarengeschäft einen Luftballon, den ich mit Gas füllen ließ. Das Element meiner Mutter war Luft gewesen. Danach ging ich auf einen Hügel, den höchsten Platz in unserem Ort, band meinen Brief an den Luftballon und ließ beide zusammen in die Lüfte steigen.

Danach fühlte ich mich erleichtert, getröstet und konnte den Tag gut überstehen.

letzte Aktualisierung am 09.06.2011